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Aktuelle Themen in der Diskussion

PRIVATHEIT IN ÖFFENTLICHEN WLANs

Spannungsverhältnisse zwischen gesellschaftlicher Verantwortung, ökonomischen Interessen und rechtlichen Anforderungen

Eine stärkere Verbreitung öffentlicher WLANs wird in Deutschland ebenso nachdrücklich gefordert wie abgelehnt. Das interdisziplinär besetzte Expertenteam Forum Privatheit hat die widerstreitenden Interessen der Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie die aktuelle Rechtslage untersucht und daraus Handlungsempfehlungen für WLAN-Nutzer und -Betreiber abgeleitet.

Wer Smartphones, Tablets und andere mobile Endgeräte hat, will auch im öffentlichen Raum eine preiswerte, breitbandige Internetverbindung nutzen können. Da aber Kapazitäts- und Geschwindigkeitsbeschränkungen der meisten Mobilfunktarife die mobile Internetnutzung einschränken, bieten immer mehr gewerbliche und kommunale Akteure öffentliche WLANs an. Diese versprechen eine komfortable und kostenlose Internetverbindung. Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland bezüglich der Verbreitung öffentlicher WLANs allerdings immer noch auf den hinteren Plätzen. Als Hauptgrund galt die so genannte Störerhaftung, die private und gewerbliche Betreiber für Rechtsverletzungen der Nutzer verantwortlich machte. Die Novelle des Telemediengesetzes vom 2. Juni 2016 sollte dieses Hemmnis beseitigen, doch besteht wegen unklarer Regelungen dieses Gesetzes und eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom September 2016 weiterhin Unsicherheit über die Haftung und die Pflichten von WLAN-Betreibern. Das Forum Privatheit regt an, hier Rechtssicherheit zu schaffen.

Insbesondere weist das Forum darauf hin, dass in der bisherigen Debatte die Risiken der WLAN-Betreiber im Vordergrund stehen, die Risiken für die Nutzenden jedoch kaum diskutiert werden.

In seinem aktuellen White Paper „Privatheit in öffentlichen WLANs“ kommt das Forum Privatheit zu dem Schluss, dass es in den meisten öffentlichen WLANs eine Vielzahl von Ausspäh- und Zugriffsmöglichkeiten auf personenbezogene oder -beziehbare Daten gibt. Tracking und Profilbildung können für viele Nutzende durchaus Auswirkungen haben, die von ihnen als positiv empfunden werden. Beispielsweise können auf Grundlage von Standortdaten und Bewegungsprofilen spezielle Angebote gemacht werden. Zugleich birgt diese Art des Kundentrackings auf Basis von WLAN-Signalen aber auch Risiken für die informationelle Selbstbestimmung. Eine wichtige Maßnahme gegen Tracking ist die Deaktivierung der automatischen Anmeldung bei bekannten Netzwerken.

Daneben besteht bei öffentlichen WLANs auch ein erhöhtes Risiko von Angriffen durch Hacker. Bei fehlender Verschlüsselung können diese den Datenverkehr von WLAN-Nutzern leicht abhören und beispielsweise Passwörter ausspähen. Das Forum Privatheit empfiehlt den Nutzenden in dem White Paper daher mehrere vorbeugende Schutzmaßnahmen. Beispielsweise sollten keine vertraulichen Daten über nicht vertrauenswürdige Netze kommuniziert werden. Für diese Daten wird eine sichere Verbindung benötigt. Wenn ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) eines vertrauenswürden Anbieters genutzt wird, verfügen die Nutzenden über eine solche Verbindung.
Betreiber sollten ihre WLANs so konfigurieren, dass sie nicht als Instrument von Ausspähung und Überwachung dienen können. Damit wird auch das Risiko verringert, gegen Datenschutzrecht zu verstoßen.

Nachrichtlich:

Das TMG soll im Hinblick auf das Urteil des EuGH geändert werden. Der Aufsatz zeigt die wesentlichen Inhalte des Entwurfs eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Telemediengesetzes auf und geht der Frage nach, ob ein rechtssicherer Betrieb nun ermöglicht wird.  

Dr. Olga Grigorjew, /Tamer Bile: Änderung des TMG: Gelungene Nachbesserung für einen rechtssicheren offenen WLAN-Betrieb?, ZD-aktuell 2017, Heft 9, 05621.

Link zum Artikel (kostenpflichtig)

 
 

Versand von Druckexemplaren:

Wenden Sie sich bei Interesse an Druckexemplaren bitte unter Angabe Ihrer Anschrift und der gewünschten White Paper-Menge an info@forum-privatheit.de

Deckblat Privatheit in öffentlichen WLANs

Forum Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der Digitalen Welt:

Daniel Eisele / Olga Grigorjew / Murat Karaboga / Tobias Matzner / Tina Morlok / Maxi Nebel / Carsten Ochs / Rasmus Robrahn / Christine Rzepka / Hervais Simo Fhom

White Paper
Privatheit in öffentlichen WLANs
Spannungsverhältnisse zwischen gesellschaftlicher Verantwortung, ökonomischen Interessen und rechtlichen Anforderungen

1. Auflage, März 2017

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White Paper

Privatheit und Datenflut in der neuen Arbeitswelt 

Chancen und Risiken einer erhöhten Transparenz


Trotz bestehender Forschung zum Thema Privatheit wurde der Unternehmenskontext als relevantes Forschungsgebiet bisher weitestgehend vernachlässigt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt besteht insgesamt noch wenig Wissen über die konkreten Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt – und in diesem Zusammenhang speziell auf den Faktor Privatheit. Daher setzt sich dieses Forschungsprojekt zum Ziel, die Auswirkungen digitaler Technologien auf die Privatheit von Arbeitnehmern greifbarer zu machen sowie die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken zu identifizieren und entsprechende Gestaltungsvorschläge zu präsentieren.

Das vorliegende White Paper stellt den Versuch dar, erstmals die gesellschaftliche Kontroverse um Fragen der Privatheit und des Datenschutzes in der neuen Arbeitswelt ausschnittartig widerzugeben. Zu diesem Zweck stellt das Forum Privatheit den an der Kontroverse beteiligten Gruppen eine Plattform zur Verfügung, um verschiedene Argumente und Ansichten zum Themenfeld einzubringen. Es soll jedoch angemerkt sein, dass die Beiträge nicht die Sicht des Forums Privatheit widerspiegeln. Die vorliegende Ausarbeitung kann die Debatte zum Thema Privatheit in der neuen Arbeitswelt nicht final abschließen. Vielmehr soll sie diese eröffnen und einen Einblick in die neu entstehenden wissenschaftlichen Fragestellungen geben. Die Expertenmeinungen eignen sich somit als Grundlage für künftige Forschungsvorhaben.

Mit Beiträgen von:

Fabian Ahrens,
Dr. Julia Backmann,
PD Dr. Andreas Boes,
Bertram Brossardt,
Anja Bultemeier,
Prof. Dr. Peter Chamoni,
Prof. Dr. Martin Högl,
Dr. Tobias Kämpf,
Jens Kaufmann,
Barbara Langes,
Simon C. Müller,
Maxi Nebel,
Farhad Rahmati,
Prof. Dr. Volker Rieble,
Thomas Sattelberger,
Prof. Dr. Isabell Welpe,
Dr. Mascha Will-Zocholl

Wertschöpfung

Forum Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der Digitalen Welt:

Morlok, Tina / Matt, Christian / Hess, Thomas

White Paper
Privatheit und Datenflut in der neuen Arbeitswelt
Chancen und Risiken einer erhöhten Transparenz


1. Auflage, Dezember 2015

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Über die einzelnen Teilvorhaben hinaus arbeitet das Forum an aktuellen Problemen und Fragen rund um das Themengebiet "Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der Digitalen Welt". 

Je nach Problemstellung und Dringlichkeit veröffentlicht das Forum dazu Stellungnahmen in Form kürzerer Arbeitspapiere, White Papers oder Policy Briefs.

Die zweite Problemstellung, die im Rahmen aktueller Themen in der Diskussion behandelt wird, ist das versteckte Internet.

Das versteckte Internet

Zu Hause - Im Auto - Am Körper

Überwachung
©iStockphoto.com/mipan

Beliebte Alltagsgeräte wie Fernseher sind immer häufiger mit dem Internet verbunden oder verfügen über internetbasierte Zusatzdienste. Die dabei entstehenden Daten über das Nutzerverhalten, ihre Weitergabe und Verarbeitung sowie die zunehmende Komplexität „smarter“ Technologien stellen den Schutz der Privatheit und die informationelle Selbstbestimmung vor neue Herausforderungen. Im White Paper „Verstecktes Internet“ skizzieren die Expertinnen und Experten des Forschungsverbunds „Forum Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt“ die aus Sicht des Privatheitsschutzes problematischen Aspekte smarter Technologien und zeigen mögliche Gestaltungspotenziale auf. Das White Paper konzentriert sich dabei auf die drei Anwendungsbereiche Smart TV, intelligente Autos sowie neue Endgeräte wie Smart Watches, die direkt am Körper getragen werden.

Vernetzte Smart TVs oder intelligente Armbänder, die über das „Internet der Dinge“ mit anderen Geräten, Dienstleistern und Herstellern verbunden sind, durchdringen zusehends den Alltag vieler Menschen. Die Nutzer schätzen besonders die netzbasierten Dienste und Funktionen dieser „smarten“ Geräte – ihnen ist jedoch häufig nicht bewusst, in welchem Umfang Nutzerdaten erhoben und zu welchen Zwecken sie weitergeleitet werden. Diese Probleme verschärfen sich mit der zunehmenden Komplexität smarter Technologien und es ist für die Nutzer kaum mehr nachvollziehbar, ob und wie sich personenbezogene Daten vor ungewollten Zugriffen und Weitergaben schützen lassen.

Vor dem Hintergrund dieser veränderten Rahmenbedingungen für den Privatheits- und Datenschutz beschreibt der Forschungsverbund „ Forum Privatheit “ im White Paper „Verstecktes Internet“ die Risiken, die bei der Nutzung von „Smart TVs“, „Smart Cars“ und „Wearables“ entstehen können.

Auf Grundlage des White Papers hat das Forum Privatheit im Policy Paper„Verstecktes Internet“ eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen formuliert, die sich explizit an Entscheider aus Wirtschaft und Politik richten und den bestehenden Datenschutz stärken sollen.  Die empfohlenen Handlungsoptionen umfassen eine transparente Integration internetbasierter Zusatzfunktionen in bislang nicht vernetzte Geräte genauso wie eine datenschutzfreundliche Gerätekonfiguration (Privacy by Default) oder eine Kennzeichnung und Zertifizierung nach Prinzipien des Datenschutzes. Auch Möglichkeiten der Aus-, Weiterbildung und Aufklärung zur Sensibilisierung von Datenschutzfragen sowie der politisch-rechtlichen Regulierung sollten genutzt werden, um bislang oft überflüssige Eingriffe in Nutzerrechte sowie eklatante Transparenz-Mängel stark einzuschränken.  Durch die Umsetzung der Handlungsoptionen ließen sich personenbezogene Daten in Zukunft zweckgebundener erheben und für die Nutzerinnen und Nutzer wäre ihre weitere Verwendung zudem nachvollziehbarer. 

 
 
White Paper

Forum Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der Digitalen Welt:

Murat Karaboga / Tobias Matzner / Tina Morlok / Fabian Pittroff / Maxi Nebel / Carsten Ochs / Thilo von Pape / Julia Victoria Pörschke / Philip Schütz / Hervais Simo Fhom

White Paper
Das versteckte Internet
Zu Hause - Im Auto - Am Körper

1. Auflage, Juli 2015

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Selbstdatenschutz

Überwachung
©iStockphoto.com/mipan

Die erste Problemstellung, die im Rahmen aktueller Themen in der Diskussion behandelt wird, ist Selbstdatenschutz

Im Rahmens des Themenpapiers (White Paper) werden verschiedene Aspekte aufgegriffen: In welchem rechtlichen Rahmen bewegt sich Selbstdatenschutz? Welche Akteure haben Interesse an Selbstdatenschutz und warum? Was denken und was tun Internetnutzer im Hinblick auf den Schutz ihrer Kommunikation? Welche technischen Zusammenhänge müssen bedacht werden, um einen effektiven Selbstdatenschutz realisieren zu können? Schließlich werden Möglichkeiten und Grenzen technischer Schutzmaßnahmen mit Fallbeispielen aus den Bereichen E-Mail-Verschlüsselung, Instant Messaging und Anonymisierung aufgezeigt.

Dies verweist auf Grenzen, denen ein umfassender und effektiver Selbstdatenschutz durch die Nutzer unterliegt. Ohnehin birgt die Selbstdatenschutzdebatte um vermeintliche Verantwortlichkeiten des Individuums die Gefahr, die Auseinandersetzung um die eigentliche Schutzpflicht des Staates in diesem Bereich zu umgehen. Dies sollte jedoch Kern der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung sein. Schließlich kann die Gewährleistung des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung nicht dem Individuum allein überantwortet werden.


Forum Privatheit - White Paper Selbstdatenschutz Deckblatt

Forum Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der Digitalen Welt:

Murat Karaboga / Philipp Masur / Tobias Matzner / Cornelia Mothes / Maxi Nebel / Carsten Ochs / Philip Schütz / Hervais Simo Fhom

White Paper Selbstdatenschutz


2. Auflage, November 2014

Kostenloser Download

 

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