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Call for Abstracts: “Digitalisation and Development in the Global South. Progress by Technology?”

25.10.2018

Die Länder des Globalen Nordens und Südens unterscheiden sich in Hinblick auf den Zugang zu und die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wie Computern, Mobiltelefonen und dem Internet – sie werden von einem Digital Divide getrennt. Vielen Konzepten und Annahmen zufolge, sollen IKT die wirtschaftliche Produktivität und den Wohlstand steigern und eine demokratisierende Wirkung haben. Demzufolge wirkt sich die Überwindung des Digital Divide positiv auf die Menschen in den Regionen der Welt aus, die bisher wenig oder keinen Zugang zu IKT haben. Zudem unterstützt die Digitalisierung auch die Bildung und die Bereitstellung von Gesundheitsversorgung sowie neue Möglichkeiten für kulturelle und religiöse Freiheit und schafft neue Möglichkeiten der sozialen Vernetzung und der Unterhaltung. IKT könnten somit dazu beitragen, zahlreiche aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Entwicklung und globale Gerechtigkeit zu bewältigen.

Call for Abstracts: “Digitalisierung und Entwicklung im Globalen Süden. Fortschritt durch Technologie?”

TATuP-Thema in Heft 2/2019

Abgabetermin für Ihr Abstract: 25.10.2018!

Die Länder des Globalen Nordens und Südens unterscheiden sich in Hinblick auf den Zugang zu und die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wie Computern, Mobiltelefonen und dem Internet – sie werden von einem Digital Divide getrennt. Vielen Konzepten und Annahmen zufolge, sollen IKT die wirtschaftliche Produktivität und den Wohlstand steigern und eine demokratisierende Wirkung haben. Demzufolge wirkt sich die Überwindung des Digital Divide positiv auf die Menschen in den Regionen der Welt aus, die bisher wenig oder keinen Zugang zu IKT haben. Zudem unterstützt die Digitalisierung auch die Bildung und die Bereitstellung von Gesundheitsversorgung sowie neue Möglichkeiten für kulturelle und religiöse Freiheit und schafft neue Möglichkeiten der sozialen Vernetzung und der Unterhaltung. IKT könnten somit dazu beitragen, zahlreiche aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Entwicklung und globale Gerechtigkeit zu bewältigen.

Die Möglichkeiten der Digitalisierung haben in zahlreichen wissenschaftlichen Disziplinen wie Soziologie, Bibliothekswesen, Wirtschaftswissenschaften, Anthropologie und Entwicklungsstudien Debatten angestoßen, wodurch ein neues Forschungsgebiet zum Thema "ICT for development" (ICT4D) entstanden ist. Die Überwindung des Digital Divide ist auch zu einem Schwerpunktbereich vieler entwicklungspolitischer Initiativen geworden und wurde beispielsweise in die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen und die auf sie folgende Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung aufgenommen. Konkret haben internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen und die Europäische Union, Entwicklungsorganisationen und multinationale Unternehmen wie Alphabet/Google, Microsoft und Facebook zahlreiche Projekte zur Etablierung von IKT im Globalen Süden initiiert.

Diese Initiativen verfolgen, zumindest offiziell, das Ziel, den Digital Divide zu überwinden, um damit die individuelle Lebensqualität und die gesellschaftlichen Verhältnisse in bislang weniger vernetzten Regionen zu verbessern. Unternehmen und Projekte aus China, Europa oder Nordamerika verfolgen zu diesem Zweck den Export von (oft innovativen) Technologien in strukturschwache Länder des Globalen Südens. Zusätzlich zielen digitale Kompetenztrainings, die Einrichtung von Start-ups und die Unterstützung von Gründerszenen darauf ab, lokale Anwendungen und Innovationen zu unterstützen. Beispiele für internationale und lokale Digitalisierungsprojekte und -technologien reichen vom freien Zugang zu spezifischen Inhalten im Internet (Zero-Rating) über IKT für Gesundheitswesen, Bildung, Verwaltung, Landwirtschaft und mobile Bankgeschäfte bis hin zu IKT-Infrastrukturen wie Satelliten, Drohnen und White Spaces Technology.

Diese Technologien bieten große Chancen, zur Herstellung von mehr globaler Gerechtigkeit und verbesserten Entwicklungschancen beizutragen. Dennoch müssen im Zusammenhang von Digitalisierung und ICT4D kritische Fragen aus Perspektive der Technikbewertung gestellt werden, um die Potenziale und Risiken der Digitalisierung für globale Gerechtigkeit auszuloten und für den allgemeinen und wissenschaftlichen Diskurs zugänglich zu machen.

Erwartete Beiträge

Das TATuP-Thema in der Ausgabe 2/2019 "Digitalisierung und Entwicklung im Globalen Süden. Fortschritt durch Technologie?" bietet eine Plattform, um eine solche kritische Bewertung aus interdisziplinärer Sicht voranzutreiben. Begrüßt werden Beiträge aus allen Disziplinen, die an dieser Thematik arbeiten, einschließlich Philosophie, Soziologie, Ethnologie, Politikwissenschaft, Entwicklungsstudien, Ingenieurwesen, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Medienwissenschaft, Wirtschaft und Geographie.

Kernfragen des TATuP-Themas “Digitalisierung und Entwicklung im Globalen Süden. Fortschritt durch Technologie?” sind:
• Was sind die Beweggründe für IKT-Export- und Digitalisierungsprogramme?
• Wie und mit welchen Ergebnissen werden IKT im Globalen Süden eingesetzt? Welche aktuellen Digitalisierungsprojekte könnten innovativ zur Entwicklung im Globalen Süden beitragen?
• Wer ist von der Nutzung von IKT ausgeschlossen? Welche Unterschiede (zum Beispiel in Hinsicht auf Geschlecht, ländlich/urban, Bildung) bestehen fort und werden möglicherweise sogar durch IKT verstärkt? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf marginalisierte Gruppen wie Frauen, wirtschaftlich benachteiligte Personen, indigene Völker oder Menschen mit Behinderungen?
• Vor welchen Herausforderungen steht die erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsprojekten? Welche Kriterien gibt es für eine nachhaltige und ethisch reflektierte Implementierung von ICT4D?
• Welche Art von Entwicklung fördern ICT4D-Initiativen?
• Welche ethischen Fragen ergeben sich durch den Export von IKT aus dem Globalen Norden in den Globalen Süden in Bezug auf Verantwortung, Haftung, Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Macht? Welche Gerechtigkeitstheorien können helfen, die Praxis der Digitalisierung im Globalen Süden zu bewerten? Welche lokalen Perspektiven auf globale Gerechtigkeit im Kontext der Digitalisierung gibt es?
• Welche Werte werden durch Technologien transportiert? Wie sind die Technologien aufgestellt in Hinsicht z. B. auf Datenschutz und Zugang zu Informationen? Welche Rolle spielen lokale Inhalte und Sprachen sowie lokales Wissen?
• Welche Art von Daten wird erhoben? Welche Rolle spielen (Technologie-)Unternehmen, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen beim Datenschutz bzw. -missbrauch?
• Wie unterscheidet sich das Verständnis von Privatsphäre einerseits und Informationsfreiheit andererseits zwischen unterschiedlichen Kulturen?
• Inwiefern verändern IKT (moralische) Handlungsnormen, kulturelle Traditionen und die Machtverteilung? Welche Auswirkungen haben sie auf Werte wie Privatsphäre und Zugang zu Informationen?
• Hat der Export von IKT durch Unternehmen und Entwicklungsprogramme in den Globalen Süden "neokoloniale" Effekte?

Herausgeberinnen dieses TATuP-Themas
PD Dr. Jessica Heesen (IZEW Tübingen), Laura Schelenz (IZEW Tübingen), Kerstin Schopp (IZEW Tübingen), Maria Pawelec (IZEW Tübingen)

Einreichungen
Bitte senden Sie Ihr Abstract bis spätestens 25. Oktober 2018 per E-Mail an redaktion@tatup.de und beachten Sie dabei folgende Punkte: max. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen; die Redaktion führt die Korrespondenz mit derjenigen Autorin/demjenigen Autor, die/der das Abstract eingesendet hat; nennen Sie alle beteiligten Autorinnen und Autoren mit vollständigem Namen, E-Mail-Adresse und institutioneller Anbindung.

Redaktionsablauf
25 Oktober 2018: Abgabefrist zur Einreichung Ihres Abstracts.
Mitte November 2018: Entscheidung der Thema-Herausgeberinnen, welche Autorinnen und Autoren zur Beitragseinreichung eingeladen werden.
Mitte Februar 2019: Abgabefrist zur Einreichung der Manuskripte.
März 2019: Peer-Review-Verfahren.
Ende März / Anfang April 2019: Rückmeldungen an die Autorinnen und Autoren durch Gutachten und durch die Thema-Herausgeberinnen.
April 2019: Überarbeitung der Manuskripte durch die Autorinnen und Autoren.
Mai 2019: Copy-editing.
Juli 2019: Publikation in TATuP Heft 2/2019.



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